Ein Wunsch zur Wahl

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Vom König Salomo wird berichtet, dass er kurz vor Antritt seiner Regentschaft einen Traum hatte. In diesem Traum hört er, wie Gott zu ihm spricht. Er sagt: Erbitte, was ich dir geben soll! -

Wüssten Sie, um was Sie bitten sollten in dieser Situation? Wenn eine gewaltige, unüberschaubare Aufgabe vor Ihnen liegt? Und man weiß, das kann auch richtig schief gehen und man verliert im schlechtesten Fall nicht nur den Job, sondern sogar Kopf und Kragen?

Um es gleich zu aktualisieren: Da wir nun bald einen neuen Kanzler oder eine neue Kanzlerin haben werden, was denken Sie, sollte er oder sie sich erbitten? Welchen Wunsch würden Sie ihm oder ihr wünschen?

Ich zumindest fände es schon einmal sehr beruhigend, wenn die Kandidaten sich - gerne im stillen Kämmerlein und nicht vor laufender Kamera! - überhaupt an Gott richten würden. Denn das brächte zum Ausdruck: Wir wissen uns von einer absoluten, unbestechlichen Instanz in Anspruch genommen. Nicht nur den Menschen gegenüber sind wir verantwortlich, sondern wir müssen schließlich auch vor Gott Rechenschaft ablegen. Und spätestens da kommt man mit faulen Ausreden nicht sehr weit. Ebenso gewiss würde die heilsame Erkenntnis gestärkt: Wir können nicht alles bewältigen, wir werden Fehler machen, wir werden der Vergebung bedürfen. Es reicht, wenn Gott allmächtig, vollkommen und unantastbar ist, wir können und wir müssen es nicht sein.

Also: Allein der Bezug zu Gott wäre schon hilfreich am Beginn einer Legislaturperiode und würde zur nötigen Demut, zur Nüchternheit und zum angemessenen Verantwortungsgefühl führen. Aber um was konkret sollte der angehende Kanzler oder die angehende Kanzlerin denn nun bitten? Um kompetente Berater? Um zuverlässige Informationen? Um eine gute Konjunktur, geringe Arbeitslosigkeit, friedliche Nachbarn, verständige Bürger, eine leidlich kooperative Opposition? Was ist das Wichtigste, damit die Kanzlerschaft erfolgreich wird, zum Wohl der Gesellschaft, ja, der ganzen Welt?

Nun, der König Salomon bittet Gott um ein „gehorsames Herz“. Das klingt heute zwar nicht mehr besonders prickelnd, dürfte aber dennoch den Nagel auf den Kopf treffen. Denn als Regierender gehorsam zu sein, heißt seine Arbeit als einen Dienst zu verstehen. Es geht nicht um die Ausübung von Macht, es geht nicht um Eitelkeit und es geht nicht um Bereicherung. Es geht darum, auf Gott und die Bevölkerung zu hören und und zu tun, was der Allgemeinheit von Nutzen ist, was Gerechtigkeit und Frieden fördert.

Als Gott den Wunsch Salomos hört, lobt er ihn dafür. Er sagt, weil du nicht langes Leben, Reichtum und den Tod deiner Feinde gewünscht hast, sondern ein gehorsames Herz, deshalb will ich dir Weisheit und Einsicht schenken. Und die bekommt der König auch, so sehr, dass er heute noch dafür berühmt ist.

Übrigens: Weisheit und Einsicht, das sind zwei Eigenschaften, die keineswegs abstrakt bleiben. Weise und einsichtig handelt der, der um Zusammenhänge weiß und die Folgen seines Tuns bedenkt. Dann führen Seuchen nicht zu Panik, heftige Regenfälle nicht zu Katastrophen, Außenpolitik nicht zu Krieg und Niederlagen nicht zu ungeordnetem Rückzug.

Bitten wir also Gott, dass er in allen Kandidaten vor allem den einen Wunsch weckt: Ein gehorsames, und damit weises und einsichtiges Herz zu bekommen.

Herzlich

René Lammer, Pastor

Frieden

Liebe Leserin, lieber Leser,

Ob man Israel kritisieren dürfe und wenn ja, wie, das wird wieder einmal in Deutschland diskutiert. Und da es sich hierbei um eine höchst theologische Frage handelt, auch an dieser Stelle einige Überlegungen zum Thema.

Natürlich kann man die oben genannte Frage nur mit "Ja" beantworten. Kein Staat der Welt kann für sich in Anspruch nehmen, jenseits aller Kritik handeln zu können. Und es gibt ja sehr wohl auch eine Opposition in Israel selbst, die nicht mit der derzeitigen offiziellen Politik der Härte einverstanden ist.

Überhaupt: die Kritik an der Politik des Staates ist sozusagen in Israel selbst beheimatet und entwickelt worden. Mit dem Entstehen des Königtums, etwa 1000 Jahre vor Christi Geburt, tritt in Israel fast gleichzeitig eine kritische Opposition in Erscheinung. Die Propheten - in anderen Kulturen gerade mal zum Orakeln für günstige Zeiten der Ernte und des Krieges nützlich - stehen in Israel auf der Seite des unterdrückten Volkes, klagen Gerechtigkeit ein und warnen die Herrscher unerschrocken vor selbstherrlicher und gewalttätiger Außenpolitik. „Durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein“ so sagt Jesaja, “aber ihr wollt nicht, sondern hofft auf Rosse und Wagen, nicht aber auf den Heiligen Israels.“ - So manch ein Vers des Alten Testamentes lässt sich fast mühelos in die heutigen Tage übertragen.

Und doch: selbstverständlich haben wir Christen bei der Kritik an Israel Zurückhaltung zu üben und wir Deutschen erst recht. Die Christen, weil sie über Jahrhunderte voller Anmaßung meinten, das Heil wäre vom Volk des Alten Bundes auf sie übergegangen und die „Gottesmörder“ zu strafen wäre deshalb doch nur recht und billig. Und die Deutschen, weil sie die unsägliche Tradition des Antisemitismus bekanntlichermaßen auf ihre brutalste Spitze getrieben haben.

Und sage mir keiner, das gehörte doch alles zur Vergangenheit und inzwischen wären die Deutschen und die Christen doch so sehr geläutert, dass sie nicht mehr in die alten Fehler und Sünden zurückfielen. Die zum Teil perfiden Äußerungen auch junger Menschen lassen das Gegenteil vermuten. Von wegen: Weil man als Demokrat gegen den Holocaust sei, deshalb müsse man nun auch gegen die „Vernichtung“ der Palästinenser sein Wort erheben. Wer zu so abstrusen Argumenten greift, beweist nur, dass er den Antisemitismus immer noch tief verinnerlicht hat. Er leitet, gewollt oder nicht, Wasser auf die Mühlen des Rechtsradikalismus und wird die Geister, die er rief, nicht wieder los werden.

Trotzdem: Dass es Alternativen zur Gewalt und dass es auch in Israel Alternativen zur militärischen Eskalation gibt, die die Rechte der Palästinenser zur Geltung bringen, davon bin ich allerdings überzeugt. Und diese Alternativen der Gewaltlosigkeit ins Bewusstsein zu bringen, ist und bleibt Aufgabe gerade von Christen und Juden. Wir werden zuerst immer die Regierungen unserer vermeintlich christlich geprägten Staaten an diese Alternativen zu erinnern haben und erst dann und mit aller Behutsamkeit auch Israel die gemeinsamen Wurzeln in Gedächtnis rufen dürfen. Wie sagt es der Prophet Jesaja?

Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. Kommt nun, ihr vom Hause Jakob, lasst uns wandeln im Licht des HERRN!

Herzlich Ihr Pastor

René Lammer

Der Verräter

Liebe Leserin, lieber Leser,

Judas. Immer wieder hat er die Phantasie der Menschen bewegt. Wie konnte er nur den Herrn und Meister, wie konnte er den Freund verraten? Und mit ihm doch alles, woran er selbst glaubte?

Dass die anderen Jünger in der Stunde der Not alle davonliefen, ist ja nachzuvollziehen. Auch starker Glaube kommt beim Anblick des Kreuzes ins Wanken. Verständlicherweise. Ich selbst wäre wahrscheinlich als Erster weg gewesen.

Aber das Unheil selbst herbeizuholen, indem man der Gegenseite wichtige Hinweise liefert, die die Verhaftung erst ermöglichen? So ein Verhalten ist empörend. Man sucht Erklärungen:

Vielleicht wollte Judas Jesus provozieren, damit der doch in letzter Minute von der Gewaltfreiheit abließ und zum Aufstand des Volkes aufrief? Vielleicht wollte Judas gar die himmlischen Heerscharen zur Intervention nötigen? Oder war Judas der Macht des Geldes erlegen und verkaufte er deshalb den Freund für 30 Silberlinge? Oder noch grundsätzlicher: War Judas am Ende in den Bannkreis des Bösen geraten, war es der Leibhaftige selbst, der in ihn gefahren war?

Im mittelalterlichen Bild der Sixtikirche in Northeim, das im Zuge der Renovierungsarbeiten nun in neuem Glanz erstrahlt und hier zu sehen ist, wird diese letzte Alternative dargestellt. Ein koboldhafter Teufel tanzt dem Verräter geradezu auf der gekrümmten Nase herum. Aber noch ein Weiteres fällt bei der Betrachtung auf: Judas ist alleine. Während alle anderen Jünger zumindest einen Gefährten an ihrer Seite haben, ist Judas isoliert. Spätestens am Gründonnerstag sitzt er außerhalb der Gemeinschaft. Und ist deshalb gefährdet. Dabei ist es nicht klar und vielleicht auch nicht wichtig, ob erst der Verrat oder erst die Einsamkeit da war. Beides verstärkt sich wechselseitig. Der Außenseiter ist für den Verrat empfänglicher und der Verräter wird zwangsläufig zum Außenseiter. Allein, weil er seine Taten und Gedanken verbergen muss, damit der Verrat gelingen kann. Lüge und Täuschung sind es auch, die den Judas auf dem Kirchenbild hellwach erscheinen lassen, während die Kollegen, voll des süßen Weines, selig vor sich hindämmern.

Immerhin und das lässt auch uns heute hoffen: Ganz alleine ist Judas dennoch nicht. Der Arm des Erlösers bleibt ihm zugewandt. Er reicht auch ihm das Brot. Gebrochen wird es auch für Judas. So wie das Blut auch zu seinem Heil fließt. Und klar wird: Schließlich wird nichts der unwiderstehlichen Macht der Liebe standhalten können.

Herzlich

René Lammer, Pastor

Gottesdienste

Präsenz-Gottesdienste wieder ab dem 21.2.21

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Der Name

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Es begab sich aber zu der Zeit….“ So beginnt die bekannteste Geschichte der Menschheit. Am Anfang und am Ende steht jeweils ein Name. Am Anfang der Name des Kaisers: Augustus. Der mächtigste Mann der damaligen Welt. Römischer Imperator, erfolgreicher als alle vor und nach ihm. Das römische Reich hatte seine größte Ausdehnung erreicht und die Bürgerkriege waren befriedet. Der Kaiser ließ sich als Erhabener, als Oberster Hohepriester, Vater des Vaterlandes und gar als Divi filius, „Sohn Gottes“ und Salvator, „Retter“ verehren.

Am Ende dieser Geschichte steht ein anderer Name, der Name eines Neugeborenen: Jesus. Diesen Namen hatte Maria durch einen Engel erfahren und so nannte sie ihren ersten Sohn. Dieses Kind wird draußen vor den Toren der Stadt zur Welt gekommen. Heimatlos, obdachlos, in einer Krippe. Bald schon werden seine Eltern mit ihm auf der Flucht sein. Ein Sinnbild der Ohnmacht. Aber die Engel sagen den namenlosen Hirten auf dem Feld: Euch ist heute der Salvator, der Retter, der Sohn Gottes geboren.

Der Kontrast des Anfangs und des Endes der Erzählung könnte stärker nicht sein. Er weist darauf hin: Gott macht seine Geschichte anders als wir Menschen. Nicht im Erhabenen, sondern im Niedrigen. Nicht im Vaterland, sondern in der Fremde. Nicht im Tempel, sondern im Stall. Er sucht dazu Menschen aus, die keinen Namen haben und sich auch keinen Namen machen wollen. Ihnen schenkt er einen Namen. Sagt ihnen: Ich rufe dich bei deinem Namen, fürchte dich nicht, du gehörst zu mir.

Der Name „Jesus“ bedeutet: Gott rettet. Und der Name ist ein Programm. Das Programm heißt: Gott rettet und nicht die Menschen. Auch nicht die größten, klügsten, und mächtigsten. Sie alle sind nicht mehr als eine Handvoll Staub. Sie können bestenfalls und meist auch nur wider Willen Erfüllungsgehilfen der Rettung werden. So wie Kaiser Augustus, der ein Gebot erließ, dass alle Welt sich schätzen ließe. Damit er seine Größe noch besser einschätzen und nebenbei auch noch effektiver Steuern eintreiben könnte. Aber somit, ganz ohne Wissen und Bewusstsein, die Geschichte, die weit mehr ist als eine Geschichte, sondern die Geschichte Gottes mit seiner Menschheit ist, ins Rollen brachte.

Worauf es nun ankommt ist, dass diese Geschichte auch unsere Geschichte wird. Dass wir sie uns als Narrativ wieder zu eigen machen und sie uns nicht nur ein wenig Rührseligkeit am Heiligen Abend beschert. Dass wir sie wirklich in der Tiefe begreifen und wirken lassen. Damit der Retter auch uns retten kann. Ja, auch uns, die wir gerade wieder einmal lernen, dass wir uns nicht selbst retten können. Dass wir, mehr denn je, in Finsternis und im Schatten des Todes wohnen, uns nach dem aufgehenden Licht nur sehnen können und danach, dass unsere Füße auf den Weg des Friedens gerichtet werden.

Herzlich

René Lammer, Pastor

Was hat Gott mit Corona zu tun?

Liebe Leserin, lieber Leser,

Ist es Gott gewesen, der uns die Corona Pandemie geschickt hat? Oder lässt sich, aus der Perspektive des Glaubens heraus, der gegenwärtigen Krise wenigstens Sinn abgewinnen? Ich weiß, das sind verwegene Fragen, aber, was meinen Sie, warum gerade Verschwörungstheorien so eine Konjunktur haben? Auch deshalb, weil wir Menschen uns zu recht sehr schwer damit tun, Sinnlosigkeit zu akzeptieren. Und deshalb die berechtigte Frage: Lässt sich hinter dem Auftauchen des Virus, und wie wir Menschen weltweit damit umgehen, irgendein Sinn erkennen?

Es ist ja erstaunlich schweigsam diesbezüglich von offizieller kirchlicher Seite. Ein Kollege sagte neulich gar: Die Kirche muss ja nicht zu allem etwas sagen…. Tatsächlich nicht? Hat sie nur etwas zu Flüchtlingselend und Klimawandel zu sagen und uns jetzt vor allem über die neuesten Hygienemaßnahmen zu informieren?

Nun, ich bin sicher: Wir haben etwas mehr zur Sache und zur Seuche zu sagen. Und zwar zumindest zweierlei:

1. In Psalm 90 betet ein gläubiger Mensch: Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. Corona lässt sich als direkte Antwort auf diese Bitte verstehen. Denn Corona hat uns gelehrt, dass wir sterben müssen. So halten es gar 28 Prozent der deutschen Bevölkerung für gut möglich, im nächsten halben Jahr lebensgefährlich an dem Virus zu erkranken. Das ist zwar tatsächlich mehr als unwahrscheinlich, aber es ist doch gut und richtig, wenn wir uns unserer Endlichkeit bewusst werden, anstatt den Tod permanent zu verdrängen. Als käme er „irgendwann“ einmal… Übrigens, der Psalmist betet: Lehre uns bedenken….damit wir klug werden. Also nicht panisch werden, nicht ängstlich werden, nicht depressiv werden, sondern klug. Und das heißt: Dass wir uns vom Unsterblichkeitswahn verabschieden. Es bedeutet: Die Zeit, die uns gegeben ist, sinnvoll zu nutzen. In der Gegenwart bewusst zu leben. Zu tun, was zu tun ist. In Ordnung zu bringen, was in Ordnung zu bringen ist. Heute noch!

2. In der Bibel wird berichtet, dass Gott zehn Plagen über Ägypten schickt. Damit der Pharao, der aus Angst und Machtgier die hebräischen Knaben tötete, zur Einsicht käme und die Sklaven in die Freiheit entließe. Mit den Plagen wird also Druck gegen den mächtigen Herrscher aufgebaut. Die Plagen fangen ziemlich harmlos an, steigern sich aber mit der Zeit, weil der Pharao uneinsichtig bleibt. Erst als der erstgeborene Sohn in jeder ägyptischen Familie stirbt, lässt er das unterdrückte israelitische Volk ziehen. Und ändert dann doch wieder seine Meinung, jagt den entflohenen Sklaven nach und ersäuft mit Ross und Reiter im Roten Meer.

Warum sollte denn Corona nicht eine dieser noch vergleichsweise (!) harmlosen Plagen sein? Damit wir zur Einsicht kommen. Damit wir – siehe oben – klug oder wenigstens ein bisschen klüger werden. Und begreifen: Wir sind endliche Wesen auf einem endlichen Planeten und die angemessene Haltung, die wir einnehmen sollten, ist die der schlichten Demut. Demut gegenüber dem Schöpfer und Respekt gegenüber den Mitgeschöpfen. So könnte die Plage uns helfen, den Hochmut, der bekanntlich vor dem Fall kommt, zu verlieren. Und zur grundlegenden Erkenntnis führen: Lives matter!

Herzlich

René Lammer, Pastor

Wer etwas zu sagen hat

Liebe Leserin, lieber Leser,

Paulus hat etwas zu sagen. Er sagt es im Gespräch unter vier Augen. Er sagt es auf dem Marktplatz. Er sagt es in seinen Briefen. Seine Briefe sind offene Briefe. Sie werden in den Gemeinden vorgelesen und diskutiert. Man schreibt sie ab, über Kuriere verteilt man sie weiter. Bald ist ihr Inhalt im ganzen römischen Reich bekannt. Der offene Brief ist in der antiken Welt ein effektives Kommunikationsmittel. Es sind die von Hand geschriebenen Briefe des Paulus, die die Welt verändern.

Martin Luther hat etwas zu sagen. Er sagt es in vertraulichen Gesprächen. Er sagt es in öffentlichen Lehrveranstaltungen. Er sagt es in hunderten von Schriften. Die neu erfundene Gutenbergpresse verbreitet seine theologischen Erkenntnisse rasend schnell im ganzen Deutschen Reich. Der Druck mit wechselnden Lettern ist ein bahnbrechendes Kommunikationsmittel. Es sind die gedruckten Schriften Luthers, die die Welt verändern.

Wir haben etwas zu sagen. Bei den Besuchen in den Häusern der Menschen. In den Gottesdiensten. In den neuen sozialen Netzwerken. Mit E-Mail und Chat, Homepage und YouTube Botschaften. Das Internet ist ein revolutionäres Kommunikationsmittel. Es verändert die Welt. Verändern auch wir die Welt mit mit unserer Botschaft in den digitalen Medien?

Schon klar: Was Paulus, was Luther, was wir zu sagen haben, ist das Entscheidende. Nicht, welche Mittel wir dafür nutzen. Aber wenn wir etwas zu sagen haben, dann sollte uns jedes Mittel recht sein. Auch, wenn nicht jedes Mittel heute jeden erreicht. Was haben wir heute zu sagen? Es ist dasselbe, was Paulus und die Reformatoren vor uns gesagt haben. Es kommt nicht aus uns. Wir haben es gehört, wir haben es geglaubt und wir haben es weiterzugeben. So gut wir können. Es mag mehr oder weniger überzeugend sein. Aber es ist dieselbe Botschaft, die die Welt sich nicht selbst sagen kann und ohne die die Welt sich selbst überlassen bleibt. Ohne die die Welt in Angst, in Lüge, in Misstrauen zu torkeln beginnt. Und in Verschwörungstheorien versinkt. Was wir weitergeben ist die Botschaft von Kreuz und Auferstehung, es ist die Botschaft von der grenzenlosen Liebe Gottes. Die haben wir zu hören, zu verstehen und weiterzusagen. Damit jeder sie hört, sie versteht und weitersagt. Und so selbst zu einem lebendigen Brief Christi wird.

Herzlich

René Lammer, Pastor

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